Nach einer intensiven Planungsphase und der mühevollen Beschaffung von geeigneten Baumaterialien konnte der Bau unseres Holzbrand - Ofens im April 2009 endlich beginnen. Schwerschamottesteine aus einem Industrieofenabriss mussten gesäubert und sortiert werden, eine unglaublich harte Arbeitsphase begann.

Bodenaufbau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Bau eines ausreichend stabilen Fundamentes wurden mehrere Lagen Schamottesteine als Ofensohle aufeinandergemauert, diese Schicht soll das Fundament vor Hitze schützen. Beton ist nicht Hitzestabil und würde seine Festigkeit verlieren. Das Wetter sollte uns nicht gerade verwöhnen und da Schamottemörtel nicht wasserefest ist, musste eine provisorische Überdachung her. Der feuerfeste Mörtel härtet thermisch aus und ist erst nach einem Brand des Ofens voll belastbar. Als Nächstes folgte der Bau einer Schablone für das selbsttragende Gewölbe.

Die Abmessungen für ein sehr stabiles Kettengewölbe werden erreicht indem man die Breite am Boden des Gewölbes gleich der Höhe des Gewölbes vom Fußpunkt bis in die Spitze nimmt. Kettengewölbe wurden schon seit vielen Jahrhunderten im Brücken- und Aquäduktbau eingesetzt und bewähren sich noch bis heute. Der Bau des Gewölbes war eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.

Erst wurden normalformatige Steine verwendet, zum Scheitelpunkt hin mussten wir um den Radius des Gewölbes zu erhalten, spezielle Gewölbesteine verwenden.

Gewoelbeschablone Gewoelbe  Hintere Wand 

                Abzugsoeffnung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zugleich mauerten wir einen Abzugskanal zum Schornstein, der auch ein etwas flacheres Gewölbe als Decke bekam. Eine flache Decke kam statisch gesehen nicht infrage da der Schornstein mit seinen 6m Höhe ein unglaubliches Gewicht darstellte

               Abzugskanal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Abzugskanal, auch Fuchs genannt, bauten wir seitlich einen Schlitz. In diesen sollte später eine dicke Schamotteplatte als Abzugsregler eingeschoben werden.

               

Schieber  Isolation 

Daraufhin erfolgte der Bau der vorderen Abschlusswände und mit ihnen die Feuerung selbst. Um möglichst schnell auf Steinzeugtemperaturen um 1300°C zu kommen, wurden auf beiden Seiten des Gewölbebogens Feuerungen untergebracht.

Eine Öffnung für die Aschekammer die gleichzeitig zum Regeln der Primärluft dient und eine Öffnung darüber für die Brennstoffzufuhr und als Regler für die Sekundärluft. Da bei der enormen Tiefe des Ofens die Verbrennungsluft nicht bis an die gegenüberliegende Seite der Feuerung kommen konnte, bauten wir zwei zusätzliche Öffnungen ein. Diese sind einfach mit zwei Steinen zu verschließen und somit einfach zu regeln. Der Schornstein mit seinen 6m Höhe war eine echte Herausforderung, zur Spitze hin hatten wir Sorge das unsere Steine nicht mehr reichen würden. Im Vergleich zum Rest des Ofens verbrauchten wir fast genau so viele Steine. Um der ganzen Ofen wurden hitzefeste Isolationssteine geklebt, diese sollen den Verbrauch an Brennmaterial senken als auch einen sinnvollen Brandschutz darstellen. Als letzte Schicht mauerten wir alte Klinkersteine um den Ofen. Optisch wurde das Ganze jetzt sehr ansprechend und gab zusätzliche Stabilität.

Als Tür kamen nur zwei Möglichkeiten infrage, entweder eine Tür aus maßhaltig verlegten Steinen oder eine aus hochtemperaturfesten Keramikfasern. Die Tür aus Keramikfasern wäre unglaublich preisintensiv geworden aber Schamottesteine hatten wir noch ausreichend. Zwar muss die Tür vor jedem Brand Stein für Stein eingebaut werden aber dafür ist sie sehr stabil und langlebig.

Da sich die Steine bei solch hohen Temperaturen enorm ausdehnen, wurde noch eine Art Korsett aus Stahlbändern und Trägern um den Ofen verbaut. Auch der Schornstein wurde so stabilisiert. Da Feuerfestmaterialien nicht feucht werden dürfen und die Brände auch bei schlechtem Wetter stattfinden sollten, musste ein einfaches Überdach her

                Dachstuhl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alte aber noch gut erhaltene Baumaterialien wie Dachbalken und Biberschwanzziegel von einem Scheunenabriss wurden gesäubert und wiederverwendet.

                Staenderwerk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine zimmermannsmäßige Riegelkonstruktion aus Zapfenverbindungen diente als Unterkonstruktion für den Dachstuhl, sie ruht auf gemauerten Punktfundamenten.

                Dachlatten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf den Dachstuhl kamen neue Dachlatten und letztendlich die Ziegel. Alte Biberschwänze zu verlegen ist eine Kunst für sich, schief und krumm ließen sie sich nicht einfach verlegen.

                Richtfest

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Baustelle aufräumen, Richtfest feiern und dann eine Ladung für den Ofen töpfern. Unsere Anspannung stieg von Tag zu Tag. Vier Festmeter Holz in schmale Stücken spalten war eine schweißtreibende Arbeit, leider wohl nicht zum letzten Mal. Am 16.10.2010 war es dann endlich soweit, der Ofen war eingeräumt, die Tür zugesetzt, das Temperaturmessgerät eingeschalten und das erste Feuer angezündet.

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